Ein Krieg kennt nur Verlierer

Kriegsgräberstätte Breuna

Ich bin unendlich traurig. Es ist eingetreten, wessen sich unsere Eltern sicher waren. Dass unsere Generation einen Krieg mitten in Europa nicht mehr erleben wird. Der Krieg der Russen gegen die Ukraine ist völlig unnötig. Auch in diesem Krieg wird es wieder viele Verlierer geben.

Haben wir nichts gelernt?

Es gibt auch in unserer Nähe viele Möglichkeiten sich die Folgen eines Krieges anzuschauen. Kassel wurde am 22. Oktober 1943 durch 400.000 Stabbrandbomben zu 80 Prozent zerstört. Wenn ich heute alte Fotos von Kassel sehe, bin ich den Tränen nahe. An die 10.000 Kasseler Menschen sind in dieser Bombennacht ums Leben gekommen. Darunter auch ein Verwandter von mir. Ein 16-jähriger Junge, der als Flakhelfer in Kassel eingesetzt wurde. Er musste in Kassel eine Nacht bei einer anderen Familie untergebracht werden, da seine Gastfamilie Besuch bekam und den Schlafplatz benötigte. Das war sein Todesurteil.

In Breuna liegen die Verlierer des 2. Weltkrieges

Aber auch in der unmittelbaren Nähe zu Warburg kann man erspüren, was ein Krieg anrichtet. Im nordhessischen Breuna gibt es eine Kriegsgräberstätte, auf der 635 Opfer des 2. Weltkrieges bestattet wurden. Auch sie sind Verlierer. Es handelt sich um 490 deutsche und 145 ausländische Kriegstote. Unter den deutschen Soldaten befinden sich auffällig viele junge Männer im Alter von 16 bis 20 Jahren. Es handelte sich hier um Hitlers sogenanntes “letztes Aufgebot”. Wir alle haben geglaubt, dass so etwas in Europa nie wieder möglich sein kann. Heute mussten wir uns eines Besseren belehren lassen.

Unbekannter Soldat
Hier hat ein unbekannter Soldat noch kurz vor Kriegsende sein Leben gelassen.

Haben wir nicht genug andere Probleme?

Man sollte meinen, wir hätten auch ohne Krieg schon genug andere Probleme. Das Klimathema sollte eigentlich an Platz eins stehen. Hier haben wir definitiv keine Zeit mehr noch Zeit zu verschenken. Das Geld, welches dafür benötigt wird, steht jetzt auf lange Sicht sicher nicht mehr zur Verfügung. Jetzt werden natürlich Mittel für Verteidigung, Rüstung, Flüchtlingsunterbringung und viele andere Maßnahmen aufgebracht werden müssen, die ohne diesen völlig unnötigen Krieg für “vernünftige” Maßnahmen verwendet werden könnten. Ich möchte der Generation, die nach uns kommt, gerne Mut machen. Am heutigen Tag kann ich das jedoch nicht.


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